In ihrer Predigt berichtete Vikarin Schäferjohann von einer Wandertour durch das felsige mallorquinische Tramuntana-Gebirge, die sie kürzlich zurückgelegt habe. „Ich will mein Vikariat nicht mit einer steinigen Wanderung vergleichen“, sagte Vanessa Schäferjohann. „Trotzdem passt das Bild irgendwie zu meiner Ausbildung.“ Da seien die Vorfreude und das Aufgeregtsein, die Vorbereitung, das Packen und das erst einmal Orientieren, am neuen Ort. Dann der Start zur Wanderung mit ersten wunderschönen Aussichten, aber auch ersten Zweifeln, ob die Vorbereitung ausreichend war. Wunderschöne Ausblicke, Momente, in denen Vanessa Schäferjohann dachte, dafür haben sich alle Anstrengungen gelohnt, habe es auch während ihrer „Vikariats-Wanderung“ gegeben. „Wenn der kleine Täufling im Altarraum tanzt, weil er sich so freut, dass heute Taufe ist. Wenn die Liebe und Freude des Brautpaars, das vor mir steht, bis zu mir überschwappt. Wenn mir Menschen bei Geburtstagsbesuchen Geschichten erzählen, die sie vorher noch niemandem erzählt haben. Wenn mir eine Angehörige nach einer Trauerfeier sagt, sie hätte den Verstorbenen bei der Ansprache vor sich sehen können, so wie er tatsächlich war.“ Oder wenn der Junge in der Grundschule es schade finde, dass die Reli-Stunde schon vorbei ist. „Das sind die Momente, in denen ich die Aussicht richtig genießen konnte“, so Vanessa Schäferjohann.